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Decolonizing Gender, Queering Race – Postkolonial-queere Perspektiven auf die Verschränkung von Geschlechter-, Sexualitäts- und Rassekonstruktionen

Seminar, SWS: 2, VL-Nummer: 56210

Veranstaltungsbeginn

11.04.2016 Raum: S 138 / NW III

Die Veranstaltung findet jeweils am Montag zu nachstehenden Terminen statt: Montag, 11. April: 16.00-20.00 Montag, 18. April: 16.00-20.00 Montag, 2. Mai: 16.00-20.00 Montag, 23. Mai: 16.00-20.00 Montag, 6. Juni: 16.00-20.00 Montag, 20. Juni: 16.00-20.00

Dozenten

Christine Klapeer



Inhalt der Lehrveranstaltung

Inwiefern sind Vorstellungen von (Zwei-)Geschlechtlichkeit, von (‚richtiger‘) Weiblichkeit und Männlichkeit, durch koloniale und rassialisierte Konzepte und Narrative geprägt? In welcher Weise beeinfluss(t)en Rassekonstruktionen Ideen und Bedeutungen von Sexualität, sexuellem Begehren aber auch von Reproduktivität und Familie im Globalen Norden? Welche Gewalt und Ungleichheitsverhältnisse wurden und werden damit legitimiert (z.B. rassistische Vergewaltigungsgesetze und Durchsetzung heteronormativer Familienformen in den Kolonien; Zwangssterilisierung von Frauen* im Globalen Süden; ‚Bekämpfung‘ von promiskuitiven Sexualverhalten durch Entwicklungsinterventionen)? Welche Rolle spielten und spielen bestimmte Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität für die Definition dessen, was als ‚zivilisiert‘, ‚modern‘ oder ‚entwickelt‘ gilt (z.B. Frauenrechte oder Toleranz gegenüber Lesben, Schwulen und Trans* Personen als Indikatoren für ‚Modernität‘)? Auf der Basis von queeren, feministischen post- und dekolonialen Ansätzen werden wir in der Lehrveranstaltung diesen und vielen weiteren Fragen nachspüren und dabei Sexualität und Geschlechterverhältnisse im Kontext ihrer rassifizierten und kolonialen Geschichte(n), Bedeutungen und Herrschaftszusammenhänge analysieren. Gleichzeitig werde wir auch aktuelle Diskussionen und Ereignisse (z.B. die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln; Debatten um die Beendigung von Entwicklungshilfe für Staaten, welche Homosexualität kriminalisieren) vor dem Hintergrund dieser kritischen Ansätze und Theorien beleuchten und diskutieren. Ziel der LV ist daher einmal die Vermittlung von Grundkenntnissen aus dem Bereich der Post-/Decolonial, Queer und Gender Studies, insbesondere von sozial- und kulturwissenschaftlichen Ansätzen zur De-/Konstruktion von ‚Geschlecht‘, ‚Sexualität‘ und ‚Rasse‘. Zum zweiten soll die Lehrveranstaltung auch zu einer eurozentrismus- und rassismuskritischen Neubewertung des Geschlechter- und Sexualitätsbegriffes anregen. Von den Teilnehmer*innen wird die Bereitschaft zur Lektüre und Diskussion vorwiegend englischsprachiger, weit über die eigenen Fachgrenzen hinaus gehender Literatur sowie eine aktive Mitarbeit erwartet.

Zielgruppe: BA KuGeA BI-2, B4, IWE SERG, KF Soziologie: C, BA Soziologie: C5

Literaturhinweise

Grundlagentexte werden als Kopiervorlage zur Verfügung gestellt!

Castro Varela, M./ Dhawan, N. (2009): Gendering Post/Kolonialismus, Decolonising Gender – Feministisch-Postkoloniale Perspektiven, in: Kurz-Scherf, I./ Lepperhoff, J. / Scheele, A. (Hg.). Feminismus: Kritik und Intervention, Münster, 64-80.

Degele, N. (2008): Gender/Queer Studies. Eine Einführung, Paderborn.

Dietze, G./ Brunner, C./Wenzel, E. (Hg.): Kritik des Okzidentalismus. Transdisziplinäre Beiträge zu (Neo-)Orientalismus und Geschlecht, Bielefeld.

Haritaworn, J. (2015): Queer Lovers and Hateful Others. Regenerating Violent Times and Places, London.

McClintock, A. (1995): Imperial Leather. Race, Gender and Sexuality in the Colonial Contest, New York.

Puar, J. (2007): Terrorist Assemblages. Homonationalism in Queer Times, Durham.

Stoler, A. L. (2003): Carnal Knowledge and Imperial Power. Race and the Intimate in Colonial Rule, Berkely.

Oyěwùmí, O. (2005): Colonizing Bodies and Minds. Gender and Colonialism, in: Gaurav, D. / Nair, S. (Hg.): Postcolonialisms. An Anthology of Cultural Theory and Criticism, Rutgers.

Wilson, K. (2012): Race, Racism and Development. Interrogating history, discourse and practice. London.


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