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UMLAUF RENÉ: Mobile Tests - einfaches Wissen Zur Laboratorisierung und Projektifizierung der Malariadiagnose im ländlichen Uganda

Laufzeit: 2011 - Februar 2016

Projektleiter: René Umlauf


Projektbeschreibung

In der Arbeit „Mobile Labore – Zur Diagnose und Organisation von Malaria in Uganda“ geht es vorrangig um die Einführung evidenz-basierter Diagnosetechnologien und deren Auswirkungen auf die Organisation der Krankheit innerhalb des ugandischen Gesundheitssystems. Die gewählte konzeptionelle Perspektive bedient sich aus Ansätzen der Wissenschafts- und Technikstudien, der Medizinethnologie und der Organisationssoziologie. In Form einer kritischen Nützlichkeitsbestimmung und auf Grundlage der theoretischen Ausrichtungen entwickelt die Arbeit ihr entsprechendes Instrumentarium. Die daraus resultierenden Begriffskonzepte der ‚Projektifizierung’, ‚Laboratorisierung’ und ‚Infrastrukturierung’ werden dann in Auseinandersetzung mit den ethnographischen Daten geprüft und weiterentwickelt. Bei der Technologie handelt es sich um Schnelltests zur Diagnose von Malaria (Rapid Diagnostic Tests), die durch ihre einfache Anwendung und hohe Mobilität die Reichweite der parasitenbasierten Malaria auch jenseits klinischer Labore – und gerade in den ländlichen Gebieten Ugandas – verfügbar machen sollen. Ein erstes zentrales empirisches Untersuchungsfeld erstreckt sich darum auch über die Kontrastierung mit bereits vorhandenen Technologien (Mikroskopie) und Verfahren (klinische Diagnose und Verdachtsbehandlung) zur Diagnose dieser Infektionskrankheit. Entsprechend den jeweils verschiedenen Nutzerkontexten zeigt die Arbeit, wie das Potenzial und die Effizienz mit der die Schnelltests Malaria feststellen können situativ verhandelt und bestimmt werden muss und es somit immer wieder zu Anpassungs- und Übersetzungsprozessen kommt. In einem zweiten Untersuchungsfeld geht es vorrangig um die Analyse der Schnelltests als neue (Labor-)Infrastruktur, um schließlich darlegen zu können, worin sich die Arbeit als Beitrag zur kritischen Global Health Forschung versteht. Zum einem wird darin deutlich, wie und worin sich planerische Korrekturmaßnahmen zu den zuvor herausgearbeiteten Problemfeldern unterscheiden. Das Einüben kommunikativer Kompetenzen als auch Versuche einer technisch-vermittelten Qualitätssicherung haben zwar den Anspruch, das Vertrauen und den Umgang mit den Schnelltests zu stabilisieren, laufen jedoch weitgehend an den praktischen und strukturellen Notlagen der Gesundheitszentren vorbei. Diese Kontrastierung erlaubt es im Anschluss zu fragen, welche unterschiedliche Verwertbarkeit und Anschlussfähigkeit das durch den Einsatz der Schnelltests produzierte Wissen ermöglicht. Im abschließenden Teil wird so dann nachgezeichnet, wie die Tests – relativ unabhängig von ihrer Funktionsweise für die Malariafallbehandlung (case management) – die Produktion von Daten und Wissen ermöglichen, was anschließend zur Konzeption neuer Global Health Probleme verwertet wird.


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